Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Der Fuchshainer Sportverein wird 100 Jahre alt – ganz still und leise …

Naunhof, den 26. 03. 2021

Fuchshain steht für ein aktives Dorf- und Vereinsleben mit Hingabe zu fröhlichen Festen und einer ordentlichen Portion Leidenschaft, Kreativität und Ausgelassenheit.
Besonders der Fuchshainer Sportverein spielt dabei immer eine tragende Rolle – um so mehr hätte die sportliche Perle im Muldental eine Torte mit einhundert Kerzen sehr verdient, am besten in Form des heiligen Rasens.


Schauen wir dazu zurück auf den Gründungsmoment, denn vor genau 100 Jahren, im März 1921 gründeten Fuchshainer Bürger den Arbeiter- Turn- und Sportverein Fuchshain. Zunächst schlich man sich zum Fußballspielen heimlich auf die Felder der Bauern, denn einen eigenen Sportplatz gab es damals noch nicht. Erst einige Jahre später erhielt man die Sandgrube zum Bau des Sportplatzes. Alle damaligen Sportler beteiligten sich und verbrachten den Sand und den Schutt mittels einer Gleisanlage, Loren und Manneskraft zum Anschütten an den Westhang. Mittlerweile ist der Sportplatz eines der Markenzeichen des Fuchshainer Sportvereins. Mit seiner trapezartigen Form ist er weit über die Grenzen des Muldentals bekannt. Dabei stand er genau deswegen und aufgrund seiner Größe immer wieder in der Diskussion. Über einen Neubau wurde Anfang der 2000er sogar im Naunhofer Stadtrat beraten. Zum Glück ist dieses Thema mittlerweile vom Tisch. Denn die Sportanlage hat sich zum Schmuckstück des Vereins entwickelt und mit der pünktlichen Fertigstellung des Sportlerheims können sich die Fuchshainer das größte Geschenk zum Jubiläum selbst machen.

 

Viel ist passiert in den vergangenen 100 Jahren. Kaum gegründet, wurde der Verein mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten verboten. Nach Kriegsende begann man dann wieder, zunächst völlig unorganisiert und meist in Arbeitskleidung, in der Freizeit zu „bolzen“. Der Wunsch nach regelmäßigem Training und sportlichen Vergleichen mit Mannschaften der Nachbarorte wuchs aber schnell, so dass 1949 der Verein als Sportgemeinschaft Fuchshain wiederbelebt wurde. Bereits 1950 konnte man mit zwei Männermannschaften in den Spielbetrieb eintreten. Die Begeisterung war so groß, dass es zeitweise sogar eine dritte Männermannschaft gab, die jedoch nur Freundschaftsspiele austrug.

 

Mitte der 50er Jahre bekam man wie eigentlich alle Sportgemeinschaften einen Trägerbetrieb zugeordnet. Gemeinsam mit der ortsansässigen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft entstand so die Betriebssportgemeinsacht Traktor Fuchshain. Fortan war man bestrebt, kontinuierlich weitere Sektionen aufzubauen. So gab es von 1953 bis 1960 eine Sektion Geräteturnen, 1957 kurzzeitig den Versuch einer Sektion Tischtennis und von 1980 bis 1987 gab es sogar eine Sektion Pferdesport mit zwei großen Reitturnieren in Fuchshain. Beim zweiten Turnier 1986 nahmen 120 Reiter mit ihren Pferden teil. Zweifelsohne bildeten aber der Fussball und der Frauensport den Kern des Sports in Fuchshain.

 

Mit der Wende erfolgte 1990 die Umstrukturierung des gesamten Sports. Der alte Name BSG Traktor Fuchshain verschwand und der heutige Name Fuchshainer Sportverein e.V. wurde übernommen.

 

Ein ganz besonderer Teil der Fuchshainer Vereinsgeschichte ist die Beziehung zum Sportverein Rouchovany aus Tschechien. Seit 1983 bis heute hat sie festen Bestand. Mit sportlichen Vergleichen der Männermannschaften, der „Alten Herren“ und der Frauenmannschaften, mit gemeinsamen Ausflügen, mit entstandenen Freundschaften und mit legendären „Partys“.

 

Auch generell waren und sind neben dem Sport die Kulturveranstaltungen prägend für den Verein. Denn dass die Fuchshainer feiern können, ist in aller Munde. Auch zum jetzt 100-jährigen Geburtstag sollte es ein großes Fest geben. Aufgrund der bekannten Umstände rund um Corona ist eine große Feier á la Fuchshain im Jubiläumsjahr leider nicht möglich, nachgeholt werden soll sie aber auf jeden Fall.

 

Auch sonst hat die Pandemie den Fuchshainer Sportverein momentan fest im Griff. Der Start der neuen Kindersportgruppe musste erneut verschoben werden und auch der normale Trainings- und Spielbetrieb im Fußball ist aufgrund der Beschränkungen leider komplett eingestellt.
Im Bereich Frauensport hat man sich sehr gut an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Was zunächst mit selbst aufgenommenen Trainingsvideos der Übungsleiter begann, hat sich nun zu Live-Trainingseinheiten vor den heimischen Bildschirmen weiterentwickelt. So ist das Gemeinschaftsgefühl beim gemeinsamen Sporttreiben zumindest annähernd wieder gegeben.


Der Verein hofft, dass dies auch bald wieder bei allen Abteilungen unter normalen Voraussetzungen möglich ist. Bis dahin wünscht der Fuchshainer Sportverein allen Vereinsmitgliedern und Anhängern alles Gute und viel Gesundheit.

 

 

Bild zur Meldung: Vereinschef Holger Uhlrich, Vize Sebastian Diebel und Bürgermeisterin Anna-Luise Conrad vor dem Sportlerheim in Fuchshain