Allianz Sichere Sächsische Kommunen (ASSKomm) – Naunhof engagiert sich gegen Kriminalität

Naunhof, den 26. 06. 2020

In Sicherheit zu leben ist ein Grundbedürfnis. Aus diesem guten Grund steht seit diesem Jahr die Aufgabe Prävention im Gesetz (§§ 2 Abs. 1 Satz 2 Sächsisches Polizeibehördengesetz und 2 Abs. 1 Sätze 2 und 3 Sächsisches Polizeivollzugsdienstgesetz (SächPVDG). Auf vorgenannter Grundlage leistet die sächsische Polizei Präventionsarbeit mit Schwerpunkt zur Verhinderung von Straftaten. Für Sachverhalte unterhalb der Straftat, sogenannten Ordnungswidrigkeiten, ist die Stadt Naunhof als Ortspolizeibehörde zuständig. Dies gilt ebenso für die Gemeinden Belgershain und Parthenstein. Polizei in Uniform und zivile Polizeibehörden arbeiten dabei zusammen.

 

In der Praxis kommen viele Probleme bei Polizei und Verwaltung entweder nicht an oder lassen sich nicht in einem Verwaltungsverfahren bewältigen – aus den unterschiedlichsten Gründen. Denn zunächst müssen Problemlagen bei Polizei und Stadtverwaltung angesprochen werden, das ist Grundvoraussetzung. Praktisch wird dann geschaut, ob es für das Problem Nachweise jeglicher Art gibt, das heißt, sie müssen glaubhaft gemacht werden. Danach geht es um die Frage der Problemlösung: Was und wer wird gebraucht? Dann wird ein Lösungsweg mit den Beteiligten entwickelt und umgesetzt. Abschließend wird ausgewertet, was sich bewährt hat und was sich künftig verbessern lässt. So funktioniert im Grunde Präventionsarbeit – vernetzt mit den nötigen Partnern.

 

Im April und Mai 2019 wurden in einer Umfrage in den Naunhofer Nachrichten bestehende Problemlagen bei den Bürgerinnen und Bürgern abgefragt. Die Auswertung ergab vorrangig folgende Themata:
im Bereich der Kriminalität
o    Einbruch
o    Diebstähle
o    Vandalismus
o    Drogenmissbrauch
unterhalb der Straftaten
o    Sicherheit an den Seen in der Fläche
o    illegale Müllablagerungen in Wald und Flur
o    Verkehrsordnungswidrigkeiten
o    Fehlverhalten Jugendlicher
o    Hundekot auf öffentlichen Straßen und Wegen
o    illegale Feuer und Feuerwerke und vieles andere mehr.  
 
Das Problembewusstsein besteht längst und auch weitere, hier nicht genannte Dinge sind die tägliche Praxis im Ordnungsamt. Welches Gewicht diese Probleme objektiv tatsächlich haben und wer vor Ort oder in der Region etwas zur Problemlösung beitragen kann, soll auf der Grundlage einer professionellen Sicherheitsanalyse geklärt werden. Diese erhält die Stadt Naunhof kostenlos vom Freistaat Sachsen über den Landespräventionsrat. Ziel ist es, Kriminalität mit einer ganzheitlichen Strategie zu begegnen – in einer starken Allianz und mit dem Know-how vieler Partner aus Sachsen und darüber hinaus.

 

Mit dem Abschluss einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt Naunhof und dem Landespräventionsrat wurde bei einer offiziellen Übergabe der Grundstein für diese Zusammenarbeit gelegt. In Naunhof wird künftig ein Kommunaler Präventionsrat unter der Leitung von Bürgermeisterin Anna-Luise Conrad diese ganzheitlichen Strategien entwickeln und die Koordination anstehender Aufgaben übernehmen. Zu den jeweiligen Themen werden Arbeitsgruppen gebildet. Auch bei diesem Prozess unterstützt der Freistaat Sachsen über den Landespräventionsrat. Sogar die Ausreichung von Fördermitteln ist denkbar.

 

Mit der Bereitstellung der nötigen Ressourcen im jährlichen Haushalt beschreitet die Stadt Naunhof den Weg, sich den Problemen vor Ort zu stellen und sich nicht ausweichend an die jeweilige Problemlage anzupassen. Denn dafür gibt es anderenorts genug Negativbeispiele. Kontrolldefizite sollen abgebaut und nicht größer werden oder sogar zu Staatsversagen führen.

 

Die Stadtverwaltung sieht nicht alles. Das ist nicht gewollt und auch nicht zu leisten. Aber mit der Einführung des kommunalen Präventionsrates muss man damit rechnen, erwischt zu werden. Diese Form der Vorbeugung gibt gerade jungen Menschen die Chance, nicht gleich aktenkundig bei Polizei und Behörden zu werden. Sinn ist hier Einsicht zu gewinnen und Fehlverhalten künftig abzustellen.

 

Prävention kann also maßgeblich zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung und zu besserer Ordnung und Sicherheit vor Ort beitragen.

 

 

Foto: Übergabe der Kooperationsvereinbarung